Freitag, 21. November 2014

Smells like teen spirit

Als Mutti meines Studiengangs könnte man meinen, ich würde neben dem jungen Gemüse voll alt erscheinen. Tue ich wahrscheinlich auch aber als gute Migrantin weiss ich mich ja zu integrieren :-) Manchmal muss Big, der gerne alt ist und sich so gibt, den Kopf schütteln, wenn ich nebenbei Verlängerungsstangen für Selfies erwähne. Als ich Ende 2012 wieder Ersti wurde, war ich noch Antismartphone-Militantin und musste live mitkriegen, wie die Seminarplätze innerhalb von Sekunden belegt wurden. Beim ersten Mal hingen noch Listen aus ! Und ohne Whatsapp und Facebook ist man schlicht und einfach nicht mehr studierfähig. "Ältere Semester" (< Wortwitz !) finden das bestimmt albern aber mir kommt das viel leichter vor, zumal ich ja pendeln muss. Und zack, war die Sucht geboren :-)

Auch modetechnisch hat das neue Studentenleben Überraschungen parat. Klar, die Chemie ist nicht so der mega Laufsteg aber immerhin etwas lebendiger als bei den Ingenieurwissenschaften, da hat man echt nichts zu lachen. Ein sauberes Tshirt und schon bist du overdressed. Ein Rock ist schon Erregung öffentlichen Ärgernisses. Viele sind etwas gruftig unterwegs und der Typ Kellerkind ist natürlich auch reichlich vorhanden doch die Nähe zur Pharmazie bringt das eine oder andere Outfit des Tages. Sogar Nagellack gibt's !  Ich geniesse es, mich nicht nur zum Weggehen (was mit Ü30 sowieso nicht mehr häufig geschieht) anständig anzuziehen und an manchen trüben Tagen ist das ein Grund aufzustehen, immerhin. Aber es gibt keinen Zwang zur Designertasche und perfektem Teint wie bei BWL, das wäre mir wiederum too much. Denn wir gehen auch mit Dreck spielen :-) Fürs Labor wird das Gammligste angezogen und so richtig genossen, eine besondere Zeit übrigens. Man schläft sehr wenig und lernt sehr viel, sieht mit jedem Tag immer schlechter aus aber danach ist man wirklich schlauer. Man bekommt sehr wenig von der Welt mit und am ersten Tag in der "Freiheit" fühlt sich alles seltsam an. Wie nach einem Trip und genauso sieht man aus. Faces of Meth lässt grüßen, dank saurer Umgebung und wenig Schlaf. Das Gute ist, man ist nicht alleine. Kein Teint bleibt verschont ;-)

Und sonst so? Die Jugend von heute ist ganz schön brav, würde ich sagen. Nix Komasaufen und direkt in die Vorlesung. Besorgt und abgehetzt um den Masterplatz vom ersten Tag an. Immer durchschnittsbewusst. Und ich dachte, ich würde ihnen langweilig vorkommen. Mir ist es recht, letztendlich bin ich nicht mehr 19 aber ich möchte es auch nicht mehr missen, diese Zeit.

Und was kommt mit der neuerlangten Jugend zurück? Richtig, die Pickel !!! Aber dazu das nächste Mal mehr, dann tue ich einen auf Beautyblogger :-D

Mittwoch, 12. November 2014

Staubwedel

*wisch* *hust* *wisch* *hust* Wo kommt denn der ganze Staub her ???  Die Frage stelle ich mir jedes Mal, wenn ich wieder putzen muss. Irgendwie vergeht die Zeit wie im Flug und was gerade frisch oder neu war, ist es wieder nicht mehr. Da meine innere Uhr deutlich nachgeht, merke ich das immer viel zu spät. So geschah es hier auch.

Nach dem Umzug ging das Einleben mit Tempo und großen Schritten vonstatten und ich war auf einmal mitten im Geschehen. Die neuen Eindrücke überschlugen sich und leider / zum Glück die Aufgaben auch. Leider, weil ich überhaupt nicht gemerkt habe, wie das alles auf einmal passiert ist und zum Glück, weil so war ich, ohne groß zu überlegen, in meinem neuen Leben einfach angekommen. Beides hat Vor- und Nachteile. Nur Nachteile hatte dann der Blog.

Es war viel zu viel, um alles zu berichten und vor allem in der Art, in der ich es gerne getan hätte. Dann hatte ich überhaupt keine Zeit und wenn, dann wollte ich lieber komatös schlafen also nicht noch mehr schreiben oder überlegen zu müssen. Und wenn mal Zeit und Lust da war, hatte ich einfach keine Ahnung, wie ich den Anschluss wieder finden könnte. Einfach weitermachen fand ich irgendwie doof.

Ist es aber nicht !

Samstag, 16. Februar 2013

Wer hat noch nicht, wer will nochmal ?

'rein in die gute Stube !!!

Da bin ich wieder, in alter Frische :-) Neue Stadt, neues Leben, neue (noch baustellige) Bude und neues Studium. Dazu braucht man einfach einen neuen Blog. Kein harter Schnitt, denn ich bin immer noch ich, deswegen kommen die alten Posts mit. Aber ein neues Zuhause und ein neuer Name, denn einiges hat sich geändert und dieser neue Abschnitt verlangt nach frischer Luft.

Wie man mit 29 wieder Ersti wird ? Wie man als Wahlbadnerin /-schwäbin im verrückten NRW zurechtkommt ? Wie man an einer nicht-technischen Uni & Grossstadt seinen Stil wiederfindet ? Wie man auf einmal öfters seine Muttersprache spricht ? Wie man von ewiger Junggesellin zur Desperate Housewife mutiert ? Und vor allem, wie man mit voll funktionsfähigen Netbook und Smartphone das Internet- & Bloggerleben schmeckt ?

All das + die obligatorischen, sentimentalen Auswüchse erwarten Euch :-)

Ich freue mich drauf <3



Eure Schwertlilie ;-)

Freitag, 30. November 2012

16 +5

Ich hatte Angst. Angst, dass es nicht klappt. Angst, dass ich dem Ganzen nicht gewachsen bin. Angst, mich zu verlieren. Angst, weil es kein Zurück mehr gibt.

Nun sind die ersten 12 Wochen überstanden. Die besonders gefährlichen. Klar, kann danach noch was passieren, aber das kann ja immer. Trotz der subpotimalen Anfangsbedingungen, vor allem am Anfang wäre es fast zum Abbruch gekommen, kann ich jetzt, mehr oder minder sicher, verkünden: Big und ich haben unsere Ehe vollzogen und leben nun zusammen !!!

Lacht ruhig !!! Für mich war es aber ein gigantischer Schritt. Hochzeit schön und gut, aber danach ging alles weiter wie gehabt. Klar fühlt man sich fester verbunden und man ist es de facto auch, aber unser Alltag und unsere Lebensumstände hatten sich nicht geändert. Irgendwann wurde die Luft aber dünn und es musste zur Entscheidung kommen. Die ganzen Gegebenheiten kennt ihr schon.

Nun kam der Tag des Tages. Der Umzug bzw. die Umzüge waren der blanke Horror. Zwei Weltvorstellungen prallten aufeinanden, nur ich war alleine mit meiner und Big hatte familiäre Verstärkung, um seine zu legitimieren. Ich fühlte mich nackt, dass lauter Leute in meine Privatsphäre ein und ausgehen, mein Hab und Gut durch die Gegend schmeissen und alles verbal und nonverbal kommentieren und bewerten. So ein Umzug im August war auch nicht taktisch klug von mir aber notwendig, denn es fand sich einen Nachmieter, der mein gesamtes Mobiliar abkaufen würde. Aber im August waren ALLE meine Verbündete im Urlaub, auf einer Hochzeit oder im Diplomarbeitsstress. Und ich war völlig verwirrt und überfordert aber alles musste zack, zack gehen, nicht in meinem gewohnten Tempo. Alle wollten die 300 km so schnell wie möglich zurückfahren und hatten keine Zeit für Sentimentalitäten oder Verständnis für so vielen Schuhen. Hundert Mal wurde ich gefragt, ob man DAS wirklich braucht und darauf hingewiesen, wie teuer der Transport ist oder wie viel FÜR MICH und meine Spleens andere Leute arbeiten müssen. Und ich würde auch nicht wirklich helfen, nur Prinzessin spielen. Ich kam mich echt wie entführt. Angekommen in der Wohnung wurden meine hart erarbeitet Habseligkeiten in Keller und überall auf der Wohnung verteilt und ich hatte keine Kontrolle darüber, wohin und wie alles irgendwo gelandet ist. Und nachdem alle sich gegenseitig gestresst haben, gingen sie einträchtig Pizza bestellen und lachten und redeten laut und ich konnte nicht mehr.

Das war ein liebgemeinter Knast. Als es vorbei war und alle weg waren, habe ich mich beschwert, dass es mit mir bitte schön so nicht umgehen kann. Tja, ich undankbares Wesen, usw. Ich habe zwar kein Geld aber Stolz. Und in der letzten Sekunde haben wir uns doch zusammengerauft. Ich habe geschluckt und gedacht: das kannst du echt nicht bringen und vor allem, du kannst es dir nicht leisten. Gott sei Dank.

Danach waren wir nochmal in meiner alten Heimat. Wohnung übergeben und die letzten Tage mit meinen Liebsten, vor allem mit meiner BFF, verbringen. Schön und wehmutig. Als Letztes stand eine Hochzeit bevor ich endgültig mein altes Leben hinter mich lassen würde. Ein denkwürdiger Abend. Es war schön, viele Erkenntnisse gewonnen, wer wirklich über die Entfernung bestehen bleiben würde und vor allem, wie wir uns alle verändert hatten. Die Clique, die es mal gab, die gab es nicht mehr. Nur uns allen ist es an diesem Tag aufgefallen. Es gab nur Einzelpersonen oder Paare, die ihren Weg gingen. Big brauchte ein paar Drinks, um mir zu sagen, wie leid es ihm alles tut. Und ich diese Worte, um zu begreifen, das alles ein Ende hat, nur die Wurst hat zwei.

Der Tag danach war hart. Ich bin 150 km Rotz und Wasser geheult bis Big auf einer Raststätte halten musste. Und vor allem mich in den Arm halten. Ich hatte Angst und er gestand seine auch. Wir versprachen uns gegenseitig glücklich zu machen und irgendwann, fuhren wir weiter.

Nun kann ich sagen, wir sind angekommen. Trotz seiner WG und mein Dasein aus Kisten, oder vielleicht gerade deswegen, klappt es erstaunlich gut. Tausend Dinge würden mich normalerweise verrückt machen, aber da ich diesen Übergangszustand eh momentan nicht ändern kann, habe ich mich auf das Wesentliche konzentrieren können. Nach und nach habe ich mich von der emotionalen Geiselnahme der Großfamilie Big gelöst und lerne, die Vorzügen zu geniessen und die Nachteile aus dem Weg zu gehen. Nun bin ich eine Weile hier und habe mir das Recht verdient, auch Nein zu sagen oder mich aufzuregen. Big und ich sind, mit kleinen Zwischenfälle, erstaunlich gut eingespielt und ich muss sagen, ich geniesse es, dass es jedes Mal ein neuer Tag kommt, in dem Blödes wieder gut wird und Schönes weiter schön bleiben kann. Auf meine tägliche Kuscheldosis möchte ich nun nicht mehr verzichten.

Denn eine meiner größten Sorgen war unbegründet. Die große Liebe übersteht alles. Und sie hat es. Nun rede ich nicht mehr nur von Big, sondern von meiner besten Freundin. Wir sind echt ein Herz und eine Seele seit mehr als 9 ununterbrochene Jahren, so viel zusammenerlebt und noch niemals gestritten, denn wir gönnen uns von Herzen nur das Beste und freuen und leiden gemeinsam, so wie Schwester eben. Ich kenne keinen Menschen, den sie in ihrem heilig geschützten Familienleben so eingebunden hat wie mich. Ich bin ja fernbeziehungserprobt und hatte keine Bedenken. Sie aber nicht, sie konnte sich nicht vorstellen, mich nicht mindestens jede Woche zu sehen und nicht mehr in meiner Nähe zu sein. Und siehe da, Bilderbuchfernbeziehung, trotz Kind, Job und Schwangerschaft und bei mir neues Leben, Studium und Pendlerei. Jedes Wiedersehen ein kleines Fest und kleine, realistische, gemeinsame Pläne halten unsere Freundschaft ans Leben.

Langsam aber sicher habe ich mir hier meine kleine Welt erschaffen. Vieles wird noch kommen, aber ich bin zuversichtlich. Dank meines Studiums bin ich auch schon richtig "beruflich" angekommen und mit manchen Erkenntnissen gesegnet, die ich sonst nie gewonnen hätte. In der Hinsicht auch enorm gewachsen.

Nun steht der endgültige Umzug Ende Dezember bevor. Es wird alles noch besser. Trotzdem habe ich Angst. Aber wir alle wissen, beim 2. Mal tut es nicht mehr so weh.

Sonntag, 29. Juli 2012

Pause

Tief durch die Nase atmen. Luft holen. Und weiter machen. Aber erstmal Pause. Heute ist nicht alle Tage - ich komm' wieder, keine Frage.

Montag, 16. Juli 2012

Ich habe heute (k)ein Foto für dich ! # 11

Zum Kaffeetrinken mit den Mädels



Bluse: No Name - Top: H&M - Rock: H&M divided - Gürtel: H&M - Schuhe: Deichmann 5th Avenue

Samstag, 14. Juli 2012

Ich habe heute (k)ein Foto für dich ! # 10

Ummelden, abmelden, kündigen. Ummelden, abmelden, kündigen. Ummelden, abmelden, kündigen. Die Freuden eines Umzugs. NICHT. Ein sehr geschäftiger Tag.



Top: H&M - Hose: aus Peru - Schal: I am